Fachmesse Gallery SHOES in Düsseldorf: schuhplus stockt Sortiment um 30 Prozent auf

Vom 13.03.2018 in Aktuelles

(SP/GM) Mit dem richtigen Produkt zur richtigen Zeit den richtigen Kunden erreichen. Dieses Grundprinzip ist in der Theorie unsagbar einfach auf den Punkt zu reduzieren, beinhaltet aber auch die komplexe Schwierigkeit des Handels, in der Unternehmen aufgrund des Internets intensiver und auffälliger denn je um die Gunst der Kunden buhlen. Glaubwürdigkeit, Bodenständigkeit und eine ehrliche Nähe sind die Grundpfeiler des Erfolges, meint Kay Zimmer, Gründer und Geschäftsführer von schuhplus – Schuhe in Übergrößen – aus dem niedersächsischen Dörverden bei Bremen. Gegründet im Jahre 2002 gehört sein Unternehmen heute zu einem der größten Versandhäuser Europas für Schuhe in Sondergrößen. Anlässlich der aktuellen Gallery SHOES in Düsseldorf gab Zimmer bekannt, das Sortiment um große Schuhe zum Herbst-Winter-Geschäft 2018/2019 erneut um 30 Prozent aufzustocken. Sein Geheimnis: „Aufs Business konzentrieren, den Internet-Hype reduzieren und auch mal NEIN sagen dürfen.“

Fachmesse Gallery SHOES in Düsseldorf: Kay Zimmer, Chef von schuhplus, stockt Sortiment um 30 Prozent auf

Hanseatische Entschlossenheit. Schwäbische Sparsamkeit. Rheinländische Motivation

Eine Bibliothek durchschnittlicher Größe in Deutschland könnte mit Sicherheit alleine mit internationalen Büchern, Handouts und Webinar-Dokumenten gefüllt werden, die im Sinne einer ultimativen Lösung beschreiben, wie Unternehmen erfolgreich am Markt interagieren müssen. Seit Jahren steht die Entwicklung von schuhplus – Schuhe in Übergrößen – im Zeichen des Wachstums; die Kombination aus konservativem Management mit innovativen Vertriebsausrichtungen sei dabei nach eigenen Angaben der Schlüssel zum Erfolg – „und eine große Menge Fleiß, Motivation und Strebsamkeit als Basis,“, fügt der 43-Jährige hinzu. Der Handel hat sich in den vergangenen Jahren dezidiert verändert. Während damals die Einkaufen-Verkaufen-Strategie ausreichte, müssen sich Betriebe heute mit Themen wie Social Media, Multikanal oder virales Branding auseinandersetzen. Einzelhändler befinden sich dadurch verstärkt in einer Starrheit, viele, insbesondere ältere Fachhändler, kapitulieren und geben auf. Der Übergrößen-Spezialist schuhplus nimmt mit einen enormen Wachstumskurs eine Sonderrolle ein, erläutert Zimmer. "Wir freuen uns natürlich sehr, dass wir uns mit unserem Nischenprodukt und unserer strategischen Ausrichtung am Markt behaupten können - und das mit jährlich zunehmenden Erfolg: Wir haben ein Wachstum von 35 Prozent für schuhplus im Geschäftsjahr 2017 erzielt und unsere Positon als eines der führenden Versandhäuser Europas für große Schuhe weiterhin stärken können: Das sind Spitzenwerte und diese machen uns natürlich auch sehr stolz und geben uns hausintern auch eine große zusätzliche Motivation."

Fachgeschäft für große Schuhe, schuhplus aus Dörverden, weiterhin auf Wachstumskurs

Seitdem der Umsatzkampf um die Aufmerksamkeit der Kunden entfacht ist, sprießen als Konsequenz selbstdefinierte Experten wie Z-Prominente durchs Internet-Dschungel-Camp, um das Allheilmittel mit vielen Gesten und noch viel schöneren Worten der Motivation zu umtanzen – „vollkommener Blödsinn, aber ein Zeichen, wie nervös der Einzelhandel ist, insbesondere im Segment des Schuhfachhandels“, urteilt Zimmer und bemängelt dabei die unternehmerische Blindheit und Eigenverantwortung vieler Fachhändler. „Wenn das Produkt gut ist und eine Nachfrage existiert und man im Idealfall bereits am Markt aktiv ist, dann bringt mich die Systemtheorie eines Gurus nicht weiter. Ich alleine als Unternehmer muss wissen, wo meine Kunden sind und was sie wollen: Dadurch erzeuge ich Nachhaltigkeit und Vertrauen und kann, auch im lokalen Wirkungskreis, durch zielgerichtete, heruntergebrochene PR-Aktionen etwa durch Empfehlungsmarketing und exklusive Serviceleistungen für eine relevante Marktdifferenzierung sorgen. Die Glaubwürdigkeit als Experte ob für große Herrenschuhe oder Damenschuhe in Übergrößen muss nach außen fest verankert sein – und man braucht Atem und auch ein wenig Rückgrat, sich von den Web-Gurus nicht verrückt machen zu lassen.“

„Fachhandel wichtiger denn je. Wir erleben hier eine Renaissance“ (Kay Zimmer)

Die Zwischenmenschlichkeit ist nach wie vor das bindende Element, was kein Webshop dieser Welt erfüllen kann. Beratung, Service, mit den Sinnen genießen: Wahrnehmungen können im digitalen Handel nur eingeschränkt transportiert werden – eine unverkennbare Chance für den Fachhandel. „Der große Schrei nach dem Internet ist laut, aber genauso laut ist auch die Gegenbewegung. Wir bilanzieren seit Jahren eine deutliche Zunahme des stationären Geschäfts. Als Fachhändler für Schuhe in Übergrößen nehmen Kunden einen Weg teilweise von mehreren Hundert Kilometern auf sich, um das Fachgeschäft von schuhplus - Schuhe in Übergrößen - in Dörverden bei Bremen zu besuchen. Hier bieten wir auf über 1000 qm unsere gesamte Vielfalt des Internets zum Anprobieren – und genau das ist der springende Punkt: Wenn Unternehmen ein Alleinstellungsmerkmal haben und die Vielfalt vor Ort bieten, die Kunden aus dem Internet kennen, dann reduziert sich die Allheiligkeit des Internets und der stationäre Handel erfährt eine Renaissance, denn viele Menschen sind müde vom anonymen Versand“, erläutert Zimmer. Man müsse mit Adlersaugen darauf achten, dass die Kompetenz als Fachhändler stets eine dezidierte Relevanz behält, denn wer seine Eigenüberzeugung abgibt, darf sich nicht über eine externe Deklassifizierung wundern. „Wenn Schuhe zu einer reinen Ware avancieren, beratungsresistent und anonym wie eine Scheibe Brot, dann ist das Ende der Fahnenstange erreicht.“

Langfristigkeit und Glaubwürdigkeit als Säule nachhaltiger Kundenbindung

Wenn Geld keine Rolle spielt, dann kann Wachstum um jeden Preis provoziert und darauf gehofft werden, dass die Rechnung am Ende des Tages aufgeht – erstrecht dann, wenn Investoren nicht den versprochenen Erfolg in der Handelsbilanz erkennen und als Reaktion Geld einfrieren: Solche Risikoinvestitionen haben in den vergangenen Jahren bereits in Deutschland zu dramatischen Konsequenzen geführt und große, traditionelle Handelskonzerne zunächst in die Knie, dann in die Insolvenz gezwungen. Großkonzerne unterscheiden sich elementar etwa zu Familienunternehmen, wo das Produkt eine emotionale Bindung in sich trägt und weniger einen herrschenden Renditeindex. Eine produktbezogene Gleichgültigkeit in Kombination mit den Gesetzen des Wettbewerbes führt darüber hinaus zu einem dramatischen Missverständnis, der einem Kunden fälschlicherweise signalisiert: ‚Alles ist möglich‘, erklärt schuhplus-Chef Kay Zimmer. „Kunden muss immer wieder vor Augen gehalten werden, dass der Kauf im Internet, ob große Damenschueh oder Herrenschuhe in Übergrößen, ein Beschaffungsweg darstellt – und dieser kostet Geld, denn nichts im Leben ist kostenlos. Ein Großteil der Kundschaft kann auf diesem Wege bedient werden, aber nicht alle – und gerade bei Kunden mit Problemfüßen sagen wir deutlich: Es bringt nichts, Ihnen etwas zuzuschicken: Sie müssen in den Fachhandel gehen. Diese direkte, offene Art ist unser Eigenverständnis und verschafft uns Authentizität und Glaubwürdigkeit, die im Grunde wichtigste Währung im digitalen Handel.“