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Voll korrekte Schuhe! Fair-Trade und Ökologie: Schuhe und Nachhaltigkeit

Vom 26.05.2017 in Ratgeber

(SP/GM) Seit einigen Jahren wird der Aspekt der Nachhaltigkeit immer relevanter. Konsequenterweise ziehen Schuhlabels hier auch vermehrt nach: für Schuhe aller Art werden klare Anforderungen in Sachen Inhaltsstoffe und Produktionsbedingungen definiert. Die Schlagworte „Öko“ und „Nachhaltigkeit“ tauchen dann in Werbekampagnen immer mehr auf, und werten das Schuhlabel-Image auf - das gilt auch für die Partner vom Übergrößen-Spezialisten schuhplus. Aber neben der Verbesserung von Umweltstandards, der freiwilligen Selbstverpflichtungen bei der Einhaltung eben solcher Standards und der konkreten Unterstützung von Umweltschutzorganisationen, kommen auch soziale und arbeitsrechtliche Aspekte hinzu. Das Schlagwort hier: „Fair Trade“.  Aber wie kann man sich das nun konkret vorstellen? Welche Gedanken stecken dahinter? Hier ein Überblick.

schuhplus - Schuhe in Übergrößen - Ökologie und Nachhaltigkeit

Grüne Schuhe – nicht farblich gemeint, sondern umwelttechnisch. Bildquelle: fotolia(.)com © nelen(.)ru (#152433978)

„Nachhaltigkeit“ und „Fair Trade“ – diese zwei schillernden Begriffe gehören zum Standartrepertoire eines jeden Unternehmens. Und das nicht nur in den jeweiligen Marketing Strategien, sondern auch konkret im Produktionsprozess. So auch in der Schuhmode-Branche. Immer mehr nachhaltige Schuh-Labels fertigen Öko-Schuhe. Entweder aus pflanzlich gegerbtem Leder, Bio-Baumwolle, Naturkautschuk, Recyling-Kunstleder oder anderen natürlichen Materialien. Die Vermeidung schädlicher Substanzen beim Gerben von Leder steht hier ganz oben auf der Nachhaltigkeitsagenda. Und parallel zu den Materialien legen immer mehr Schuh-Hersteller großen Wert auf ökologische Produktionsprozesse, Klimaschutz und faire Arbeitsbedingungen wie beispielsweise das Verbot von Kinderarbeit. Sie produzieren ihre Schuhe in Handarbeit in Europa oder unterstützen soziale Projekte in armen Ländern. Das Konzept geht auch gesamtökonomisch auf. Denn Nachhaltigkeitskonzepte gewinnen auch beim allgemeinen Kaufverhalten der Konsumenten an Bedeutung. Nach einer Umfrage des Forschungsinstituts Allensbach gab es 2016 in Deutschland rund 13,76 Millionen Personen, die beim Kauf darauf achten, dass die Produkte aus fairem Handel stammen. Die individuellen Erfahrungen bei schuhplus - Schuhe in Übergrößen - sind ähnlich, denn auch der auf Übergrößen spezialisierte Fachhändler aus dem niedersächsischen Dörverden bei Bremen bemerkt, dass die Nachfrage nach Ökologie und die damit verbundene Verantwortung deutlich steigt.

Bis 2012 war Nachhaltigkeit aber nur im Lebensmittel- und Automobilbereich für einen nennenswerten Teil der Bevölkerung ein Entscheidungskriterium. Bei Kleidung, Kosmetik und Reisen war der Nachhaltigkeitsgedanke noch nicht sonderlich verbreitet. Dies hat sich aber definitiv gewandelt. Laut dem Dachverband Fairtrade Deutschland stieg gerade im Fairtrade-Textilbereich nicht nur die Konsumentennachfrage, sondern auch die Umsatzentwicklung. Diese Entwicklung war ein langwieriger Prozess. Eng verbunden damit ist die Etablierung des Begriffs der Nachhaltigkeit, der für die deutsche Bevölkerung immer greifbarer wurde. Noch im Jahr 2007 hatten gerade erst mal 67 Prozent von dem Begriff gehört. 2012 waren es bereits 81 Prozent, wie Allensbach festhält. Und in 2012 konnten immerhin 55 Prozent inhaltlich zutreffend beschreiben. Auch wenn aktuelle Umfragen dazu noch nicht vorhanden sind: Mittlerweile können bestimmt mehr deutsche Bürger umschreiben, was sie unter dem Begriff der Nachhaltigkeit verstehen. Dennoch, der öffentliche Diskurs über Nachhaltigkeit und Konsum ist ein Dauerthema, und sollte weiterhin stattfinden. Deshalb muss immer wieder Aufklärungsarbeit geleistet werden, Branche für Branche!

Ergo, so ein grundsätzlicher Fragenkatalog ist da mehr als sinnvoll: Was ist mit Fair Trade und Nachhaltigkeit gemeint? Und übertragen auf die Textil- und Kleidungsindustrie und noch konkreter auf die Schuhbranche: Welche Schuhlabels sind da ganz vorne mit dabei? Wie sieht konkret deren umweltpolitisches und soziales Engagement aus? Und überhaupt, anhand welcher Kriterien kann gemessen werden, dass hier Umwelt- und Sozialstandards auch eingehalten werden?

Nachhaltigkeit – Ökonomie, Ökologie, Soziales & Zukunft

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© tuk69tuk (#94316866). Ökonomie und Ökologie schließen sich nicht aus. Bildquelle: fotolia(.)com © tuk69tuk (#94316866)

Der Begriff der Nachhaltigkeit ist sehr facettenreich. Sein Ursprung liegt übrigens im 18. Jahrhundert in der deutschen Forstwirtschaft. Wälzt man diverse Wirtschafts-, Soziologie und Politikfachbücher zu diesem Begriff, kann man den Begriff auf seine Kernelemente herunterbrechen. Dann ergeben sich nämlich zwei Prinzipien, deren Sinn und Zweck es lediglich ist, das gesellschaftliche und ökologische System am Laufen zu halten. 

  • Das erste Prinzip besagt, dass wirtschaftliche Stabilität für die Gesellschaft sehr wichtig
  • Und das zweite: genau so wichtig ist der Erhalt des Ökosystems – also der Umwelt

Zusammengehalten werden diese beiden Punkte durch das Ziel der Langfristigkeit. Das heißt, ökologische und ökonomische Stabilität soll eine längerfristige anhaltende Wirkung haben. Also ein wichtiger Aspekt kommt demnach noch hinzu: die Berücksichtigung künftiger Generationen. Das heißt, Nachhaltigkeit besteht aus einem Konglomerat aus Ökologie, Ökonomie und dem Ziel der langfristigen Planung verknüpft mit einer zukunftsgewandten Generationengerechtigkeit.

Nimmt man jedoch das sogenannte „Drei-Säulen-Modell“ der Nachhaltigkeit als Referenzpunkt, kommt noch der Aspekt des Sozialen hinzu. Nach diesem Modell sind Wirtschaft, Ökologie und Soziales gleichrangig und gleichgewichtig, und zwar sowohl auf gesamtwirtschaftlicher und politischer Ebene, als auch auf globaler und unternehmerischer Ebene. So, und nun kann man Nachhaltigkeit auf die folgende Formel bringen: Nachhaltigkeit = Ökonomie + Ökologie + Soziales + Berücksichtigung künftiger Generationen.

Diese Elemente gehören auch spätestens seit den 90er Jahren in der Internationalen Politik zum Standard. So wurde auf der ersten UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung, 1992 in Rio de Janeiro, die Agenda 21 beschlossen. Dahinter verbirgt sich ein Aktionsprogramm für eine weltweite nachhaltige Entwicklung. Sie forderte eine neue Entwicklungs- und Umweltpartnerschaft zwischen den Industriestaaten und den armen Ländern. Wichtige entwicklungspolitische Ziele wie Armutsbekämpfung und nachhaltige Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen Wasser, Boden und Wald sind hier ebenso verankert wie umweltpolitische Ziele, etwa die Reduzierung des Treibhauseffektes. Fünf Jahre später, 1997, fand das oben genannte „Drei-Säulen-Modell“ explizit den Weg in einen wichtigen EU-Vertrag. Im Vertrag von Amsterdam wurde festgeschrieben, dass Nachhaltigkeit nicht nur das Naturerbe umfassen sollte, sondern auch wirtschaftliche Errungenschaften und soziale und gesellschaftliche Leistungen, beispielsweise die demokratischen Strukturen und eine gerechte Einkommensverteilung.

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Die Zukunft liegt in den Händen von Politik, Gesellschaft und Wirtschaft. Bildquelle: fotolia(.)com © jozsutoeroe (#126395498)

Nachhaltigkeit und Unternehmen

Was heißt das nun für Unternehmen? Was bedeutet das für die großen Damenschuhe sowie großen Herrenschuhe bei schuhplus? Ähnlich wie bei der Politik kann man auch hier drei Bereiche eingrenzen:

  • Fair Trade und Entwicklungshilfe
  • Umwelt- und Klimaschutz
  • Die Berücksichtigung der Interessen künftiger Generationen

Konsequenterweise sind diese drei Aspekte eng miteinander verwoben und beeinflussen sich somit gegenseitig. Der soziale Anspruch der Nachhaltigkeit zeigt sich aus unternehmerischer Sicht in den Feldern Fair Trade und Entwicklungshilfe. Was ist zunächst unter Fair Trade und Entwicklungshilfe zu verstehen? In beiden Fällen geht es darum, sicherlich nicht in erster Linie, aber dennoch auch, die normative Erwartungshaltung der Konsumenten zu erfüllen. Denn deren Kaufentscheidungen können unmittelbar Einfluss auf die Arbeits- und Lebensbedingungen der Menschen in Entwicklungsländern nehmen.

Im Fair-Trade-Diskurs wollen diese beim Kauf darauf achten, dass die Produkte unter gerechten Arbeitsbedingungen hergestellt wurden. Absolut „No-Gos“ sind Kinderarbeit, Hungerlöhne, Zwangsarbeit und extrem ausbeuterische Arbeitsbedingungen. Darauf spezialisiert ist die Internationale Arbeitsorganisation (ILO). Diese Sonderorganisation der Vereinten Nationen fungiert unter anderem als Beratungsinstitution für globale Unternehmen. Aus politischer Sicht rückt hier die Beschäftigungspolitik ins Zentrum der politischen Arbeit der ILO. Ihre Kernprämissen: Reguläre Beschäftigung ist eine zentrale Voraussetzung, die Armut weltweit nachhaltig zu bekämpfen. Die Schaffung von Beschäftigung sollte die Leitidee der Wirtschafts- und Sozialpolitik sein. Dies soll auch selbstverständlich für Unternehmen gelten. Nachhaltigkeit sollte nicht nur ein Thema für die Kommunikations- und PR-Abteilung sein. 

Hinzu kommt die Erklärung über die grundlegenden Prinzipien und Rechte bei der Arbeit aus dem Jahr 1998. Diese unterstreichen die Bedeutung der Kernarbeitsnormen:

  • Vereinigungsfreiheit
  • Diskriminierungsverbot
  • Beseitigung der Kinder- und Zwangsarbeit

Diese Themenfelder sind zugleich die Grundprinzipien der ILO bei all ihren Aktivitäten. Von fundamentaler Bedeutung ist hier, dass die Kernarbeitsnormen als universelle Menschenrechte anerkannt sind und somit den so wichtigen Grundrechtsstatus haben.

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Nach dem Dachverband „Faitrade-Deutschland“ steigt seit Jahren die Umsatzentwicklung von Fairtrade-Bananen, -Blumen, -Fruchtsaft, -Kaffee, -Kakao und -Textilien. Bildquelle: fotolia(.)com © nelen(.)ru (#152433978)

Darüber hinaus hat die ILO mit ihrer Agenda für menschenwürdige Arbeit – Decent Work Agenda – von 1999 ihr Arbeit auf vier strategische Ziele ausgerichtet:

  • Umsetzung der Kernarbeitsnormen
  • Menschenwürdige Beschäftigungsmöglichkeiten
  • Stärkung der sozialen Sicherheit
  • Stärkung des Dialogs zwischen den Sozialpartnern

Zusammenfassend sollen Handelsbeziehungen idealerweise auf Dialog setzten, auf Transparenz und Respekt beruhen, und nach mehr Gerechtigkeit im internationalen Handel streben. Wie kann Fair Trade in der Praxis aussehen? Die beteiligten Handelsorganisationen und Unternehmen vereinbaren mit den lokalen Erzeugern – das können Produktionsgenossenschaften, Kooperativen, sozial engagierte Unternehmen und andere Institutionen sein – bestimmte Mindestabnahmemengen. Darüber hinaus wird ein Preis für die Ware bestimmt, der die Kosten einer sozial und ökologisch verträglichen Produktion abdeckten sollte. Dieser Mindestpreis wird auch dann gezahlt, wenn die Weltmarktpreise für das Produkt zwischenzeitlich sinken – so zumindest der idealisierte Plan. Liegt der Marktpreis über dem vereinbarten Mindestpreis, muss der Importeur oder Händler den Produzenten diesen höheren Preis zahlen.

Im Entwicklungshilfe-Diskurs wird von den Konsumenten erwartet, dass man die armen Länder dieser Welt – konkret die Länder, in denen das Unternehmen ihre Produktionsstandorte und Zulieferer hat – dabei unterstützt, ihren Lebensstandard zu verbessern, und Armut zu bekämpfen. Die Produktionsbedingungen in Schwellen- und Entwicklungsländer sollen für eine bessere wirtschaftliche Prosperität sorgen. Der Umweltschutz- und Klimaanspruch der Verbraucher fordert zunächst Sparsamkeit im Umgang mit Rohstoffen und Energie. Im Allgemeinen soll demnach die Umwelt geschützt werden durch:

  • Das Recyceln von Wertstoffen.
  • Reduzierung von CO2-Emissionen.
  • Fokussierung auf eine Energieerzeugung, die auf erneuerbare Energien setzt (Sonnen-, Wind- und Wasserkraft)
  • Umweltgerechte Verpackungen
  • Verwendung umweltfreundlicher Materialien
  • Erhalt der Biodiversität – Erhalt der biologischen Vielfalt durch Bewahrung der natürlichen Lebensräume.
  • Vermeidung fossiler Brennstoffe
  • Ökologischer Landbau
  • Schutz des Bodens vor Wasser- und Winderosion und vorbeugender Hochwasserschutz
  • Gewässerschutz durch Verringerung der Dünge- und Pflanzenschutzmitteleinträge
  • Tierschutzmaßnahmen und Tierschutz
  • Verbesserung der Bodenstruktur

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Umweltschutz muss als globale Aufgabe begriffen werden. Bildquelle: fotolia(.)com © stockWERK (#109845124)

Der dritte Aspekt – die Berücksichtigung der Interessen künftiger Interessen – im unternehmerischen Nachhaltigkeitsdiskurs ist in der Erwartungshaltung der Konsumenten ebenfalls anspruchsvoll. Allerdings vermischt hier das Politische mit dem Unternehmerischen. Denn in erster Linie sind die Konsumentenforderungen eher politischer Natur. Aber dennoch, auch an die Wirtschaft werden hier normative Erwartungen geknüpft. So sollten etwa bei der Unternehmenspolitik und dem Geschäftsmodell die langfristigen Entscheidungen nicht nur an die heutige Generation gerichtet sein, sondern auch die Konsequenzen auch zukünftige Generationen auf dem Radar haben. Das betrifft logischerweise ökologische und ökonomische Aspekte, allerdings in erster Linie soziale. Denn Einschnitte ins jeweilige soziale Netz durch beispielsweise einer steuer- und sozialabgabenfeindlichen Unternehmensausrichtung führen unter anderem dazu, dass Leistungen des Sozialstaats für jüngere Generationen nicht mehr reichen.

Nachhaltigkeit & Fair Trade – Was geht in der Schuhbranche?

Was nun im Allgemeinen für die Textilindustrie gilt – also in erster Linie die Kleidungsindustrie, zählt auch logischerweise für die Schuhindustrie. Denn diese gehört idealtypischerweise zur Textilindustrie. Das Dilemma dabei: egal ob Lackschuhe, Plateau High Heels, oder Latex-Overknees oder beispielsweise Sportschuhe wie Herren Sneakers in Übergrößen, die wasserresistent und atmungsaktiv sein soll: je funktionaler der Schuh, desto mehr Chemikalien und Kunstfasern werden verwendet. Hier haben wir ein Kriterium, das beim Fair-Trade- und Nachhaltigkeitsgedanken in der Schuhbranche zunächst von elementarer Bedeutung ist. Der Aspekt der Materialität. Konkret geht es darum Materialien zur Schuhherstellung zu verwenden, die entweder biologischen Ursprungs sind, oder die man einfach recyclen kann. Entscheidend sind hier die Rohmaterialien.

Welche Materialien bieten sich da. Ein Beispiel: die französische Turnschuhmarke Veja, die ihre Schuhe in Brasilien herstellt. Die Firma machte sich 2004 auf den Weg in den Norden Brasiliens, um nach Baumwollkooperativen zu suchen, deren Ernte sie vollständig abnehmen konnten. Ihr Ziel: Daraus wollten sie den festen sogenannten Canvasstoff für ihre Schuhe gewinnen. Sie besuchten Schuhfabriken in Porto Alegre und fuhren in die Amazonas-Region Acre, um dort Seringeiros, Kautschukzapfer, zu finden, die den Naturgummi für die Sohlen der Veja-Schuhe aus den Bäumen holen.

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Bei Sportschuhen werden häufig Chemikalien und Kunstfaser verwendet – das muss aber nicht sein. Bildquelle: fotolia(.)com © Brian Jackson (#109806363)

Ein anderes Beispiel: Bio-Baumwolle. Das Berliner Label Sorbas konzentriert sich bei ihrer veganen Schuhkollektion neben Kork, recyeltem Kunstleder auf Bio-Baumwolle. Dieses zeichnet sich dadurch aus, dass sie nach den Richtlinien des ökologischen Landbaus produziert werden. Dabei ist im Gegensatz zum konventionellen Baumwollanbau der umweltschädliche Einsatz von chemischen Pestiziden und Düngemittel verboten. Sie wird von Hand geerntet. Chemische Entlaubungsmittel, die zur Erleichterung einer maschinellen Beerntung eingesetzt werden, sind tabu. Daneben verwendet dieses Label auch Kunstleder. Das ist zwar synthetisches Material, aber weil es recyclebarem PU – Polyurethane – besteht, einem Kunstharz. 

Eine alternative zu Leder und Kunstleder ist Kork. Das Material besteht aus pflanzlicher Basis – konkret aus der Zellschicht eines Baumes zwischen Epidermis und Rinde. Der Vorteil hier: neben der hohen Wasserdichtheit und der Gewährleistung von Atmungsaktivität für die Füße, ist der Stoff aus der natürlichen Ressource zu 100 Prozent recyclebar.  Ebenso verhält es sich mit Naturkautschuk und pflanzlich gegerbtem Leder, das aus Eichen- und Fichtenrinde hergestellt wird. Neben den umweltverträglichen Stoffen im Produktionsprozess, spielt der Herstellungsprozess komplementär zu den oben genannten sozialen Aspekten eine entscheidende Rolle. Denn nicht nur Materialien sollten nachhaltig und möglichst umweltschonend sein, auch die Arbeiter müssen fair behandelt werden. Das heißt vernünftige Arbeitszeiten, Arbeitsschutz und eine faire Entlohnung.

Herstellungsprozess und Sonstiges in der nachhaltigen Schuhbranche

Selbstverständlich sind die jeweiligen unterschiedlichen Bedingungen – egal ob in Industriestaaten, Schwellen- oder Entwicklungsländern – ein weites Feld.  Als Indikatoren können hier dennoch fünf Schlagwörter herangezogen werden, die in der Textilbranche und im Speziellen in der nachhaltigen Produktion und Distribution von Sportbekleidung von Bedeutung sind.  Und somit auch für eine nachhaltige global agierende Schuhbranche

  • Ressourcenproduktivität
  • Imissionsschutz und Emissionsschutz
  • Arbeitssicherheit
  • Gewässerschutz
  • Verbraucherschutz

Was ist damit gemeint? Die Ressourcenproduktivität im nachhaltigen Herstellungsprozess meint im Prinzip „Mit Weniger Mehr“. Konkret: Mit minimalem Ressourceneinsatz und minimaler Umweltbelastung sollte eine maximale Qualität der Produkte erreicht werde. Dabei sollte, um die Umwelt zu schonen, der Energieaufwand und der Materialeinsatz so gering wie möglich gehalten werden.

Der Emissionsschutz hat zum Ziel, den Ausstoß von gasförmigen oder festen Stoffen, die Luft, Boden oder Wasser verunreinigen zu vermeiden. Hier geht es um aktiven Klimaschutz. Da im Besonderen im Herstellungsprozess von Textilien viele Emissionen freigesetzt werden, müssen hier in der gesamten Herstellungskette Abluftgrenzwerte eingehalten werden. Wichtig ist hier die Verringerung von CO2 Emissionen. Auch hier greift der Aspekt der umweltfreundlichen Rohstoffauswahl. Da Immission die konkrete Einwirkung von Verunreinigungen der Luft, des Bodens und des Wassers auflebende Organismen oder Gegenstände wie beispielsweise Gebäude oder Menschen meint, gehört diese zum Emissionsschutz.

Der Aspekt der Arbeitssicherheit ist ein sozialer Faktor. Das Ziel: eine Garantie der Sicherheit der Mitarbeiter.

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Es versteht sich von selbst: Auch in der Schuhindustrie hat Sicherheit am Arbeitsplatz oberste Priorität. Bildquelle: fotolia(.)com © stockpics (#126701389)

Das Problem: Zahlreiche chemische Produkte, die in der Textilherstellung eingesetzt werden, sind nicht ohne Risiko, weil sie sehr giftig sind. Deshalb sind Schulungen über den Umgang mit Gefahrenstoffen ebenso wichtig wie Schutzmaßnahmen, um die Belastungen von Staub und Lärm einzudämmen. Beim Gewässerschutz geht es darum, Flüsse, Seen und Meere geringstmöglich zu belasten. Das Ziel ist es also, nur sauberes Wasser in den Naturkreislauf zurückzuführen. Dazu gehört auch eine einwandfrei funktionierende Abwasserreinigung. Aber auch hier ist der Aspekt der Rohstoffe ein wichtiger Punkt. Der Grund: Um das Wasser schon während des Herstellungsprozesses möglichst schadstoffarm zu halten, ist bereits bei der Auswahl der Rohstoffe höchste Sorgfalt geboten.

Der letzte Punkt: der Verbraucherschutz. Dass ein Bewusstsein beim Verbraucher dafür da ist, Produkte zu kaufen, die nicht nur qualitativ hochwertig sondern auch unter fairen und nachhaltigen Bedingungen entstehen wurde schon eingangs erwähnt. Es gilt also: Konsumenten legen heute viel Wert auf ein nachhaltig hergestelltes, gesundheitlich unbedenkliches und qualitativ hochwertiges Textilprodukt. Und dazu gehören nun mal auch Schuhe. Aber woran erkennt man als Verbraucher, dass die Schuhe von nachhaltig orientiertem und fairen Hersteller produziert wurden?

Zertifikate und Gütesiegel

Als Verbraucher erkennt man die Nachhaltigkeit bei Mode, Kleidung und Schuhen an Nachhaltigkeitszertifikaten und -gütesiegel. Das weltweit anerkannte Standard ist das sogenannte Lobal Organic Textile Standard. Zu den Kriterien gehören hier unter anderem:

  • Keine Chlorbleiche
  • Einhaltung des Mindestlohns
  • 70 Prozent der Produkte sind aus biologisch erzeugtem Naturfaser

Auch das das Oeko-tex Standard 100-Siegel verspricht die Einhaltung von Umweltstandards. Das Gute an diesem Siegel ist die hohe Verlässlichkeit. Der Grund: dabei handelt es sich um einen Zusammenschluss von 16 weltweit operierenden Textilforschungs- und Prüfinstituten. Neben diesen beiden Standards gibt es noch das sogenannte bluedesign product. Die Macher dieses Siegels garantieren nicht nur ökologische Kriterien, sondern konzentriert sich auch auf soziale Bedingungen.