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Schuh-Trends, die zu Unrecht verschrien sind

Vom 10.08.2017 in Lifestyle

(SP/GM) Schuhe gehören zur Mode untrennbar dazu. Und als solche sind sie natürlich auch gewissen Trends unterworfen, denen auch wir bei schuhplus - Schuhe in Übergrößen - konsequent folgen. Dazu unterliegen manche Modelle aber auch noch einer Menge Klischees, Do’s und Dont’s. Und so haben sich im Laufe der Zeit einige Exemplare herausgebildet, die sich heute höchstens noch auf der Bad-Taste-Party finden lassen. Eigentlich zu Unrecht und teilweise auch tatsächlich schon längst wieder bei den Fashionistas präsent. Der folgende Artikel zeigt einige Modelle, bei denen der Nachbar vielleicht mit dem Kopf schüttelt, die aber morgen schon wieder in jedem Geschäft ganz vorne in den Regalen stehen könnten.

schuhplus - Trends der Schuhmode

Schuhe avancierten über die verganen Jahre zum echten Modehingucker. Ein Must-Have des durhcgestylten Outfits, für Sie und Ihn. Bildquelle: fotolia.com © Ezio Gutzemberg

Der Cowboystiefel

Als man das letzte Mal Otto Normalverbraucher und seine Frau in dem Western-Kleidungsstück schlechthin durch Deutschlands Innenstädte gehen sehen konnte, wurden pro Kopf und Jahr noch knapp 2000 Zigaretten konsumiert - heute sind es noch rund 1000. Wann das war? In den 1980ern. Dem Jahrzehnt, in dem die Herrenkleidung so Macho-mäßig war, wie selten zuvor.

Schuhplus - Schuhe in Übergrößen - Cowboystiefel der Modetrend

„Echte“ Cowboystiefel sind vornehmlich zum Reiten und haben daher einen hinten abgeschrägten Steigbügel-Absatz. Es gibt aber auch „Lauf-Modelle“. Bildquelle: fotolia.com © Vielfalt21

Ob der coole TV-Bulle mit Schnauzbart, hübsche Country-Damen auf der Farm – oder eben der Durchschnittsdeutsche: Cowboystiefel waren damals überall zu sehen und vor allem als Import aus dem Heimatland der Boots heiß begehrt und hoch gehandelt. Doch mit den 80ern verschwand nicht nur die NDW aus den Charts, sondern auch die Cowboystiefel aus den Regalen und sieht heute man ihre Spitzen aus Hosenbeinen hervorragen, assoziiert man dies immer ein wenig mit Marlboro-Mann oder Aushilfs-Cowboy.

Schade eigentlich, denn sie sind eine ziemlich universelle Fußbekleidung,  nicht unähnlich den bei schuhplus vertretenen Chelsea-Boots. Zu Jeans und T-Shirt passen die Cowboy-Treter ebenso wie zum Anzug – sofern man sie natürlich mit darüber fallenden Hosenbeinen trägt. Doch der Mangel in den Läden existiert nur hierzulande. Vor allem in den ländlichen Teilen der USA gehören sie nach wie vor zum Alltagsbild – und dort bekommt man sie auch von Markenherstellern für vergleichsweise günstige Preise.

Die Badelatsche

Eigentlich wollte Adi Dasslers Traditionsbetrieb 1963 nur etwas herausbringen, das Sportler auch nach dem Sport tragen konnten – zwischen Trainingsplatz und Straße quasi. Drei Streifen drauf und die Adilette war geboren. Leider konnte jedoch damals niemand ahnen, wie dieser „Schuh“ zum Klischee mutieren würde, dass sich sogar ein eigener Verein der Ehrenrettung annehmen musste.  

Badelatschen - Schuhtrends 2017 - schuhplus

Eines muss man der Adilette lassen: Sie ist wesentlich bequemer, als ihre nahen (und bis dato wesentlich trendigeren) Verwandten, die Zehentrenner. Bildquelle: fotolia.com © chomphunits

Das geschah nämlich rasend schnell. Aus der „Reinrutsch-Sandale“ für Mannschaftsdusche und Umkleidekabine war nämlich blitzschnell der Freizeittreter der Deutschen für die wärmere Jahreszeit geworden. Und weil auch Urlaub ja zur Freizeit gehört, scherten sich die meisten wenig um die Optik und trugen die Adiletten (sowie ihre mittlerweile am Markt erschienenen Konkurrenten) auch auf Mallorca, Ibiza und Co. Das wäre ja noch ok gewesen, aber viele trugen die Stücke eben nicht barfüßig, sondern mit den damals ebenfalls schwer trendigen, schneeweißen Tennissocken.

In den südeuropäischen Ferienländern wurde dieser Look schnell zum deutsch assoziierten Negativsynonym für „Les Allemands“ - so wie das Belegen von Pool-Liegen mit Handtüchern. Doch: Das ist kurioser Weise vorbei. Denn tatsächlich hat sich die „Socken & Sandalen“-Kombination heimlich in die Trends hineingemogelt. Rapper haben 2017 ebenso ihre eigene Latschen-Kollektion auf den Markt gebracht wie auch Adidas selbst seinen Klassiker nach wie vor fertigt. Gut, mit weißen Socken wird man vielleicht immer noch schief angeschaut, aber nur von denen, die in Sachen Mode nicht ganz vorn sind. Alternativ sind bei schuhplus in dieser Schuhart auch Modelle von Lacoste Schuhe in Übergrößen sowie Mustang erhältlich.

Die Plateausohle

Sie gehörten zur Disco-Ära wie Minipli-Frisur und knallenge Synthetik-Anzüge. Und zum Jahrtausendwechsel hatten sie ein gar-nicht-so kleines Revival, als die Generation Techno sie in Form der „Buffalos“ für sich wiederentdeckte. Die Rede ist von Plateausohlen. Dabei sind diese Schuhe naturgemäß ziemlich abhängig von aktuellen Modeströmungen, denn sie sind durch ihre Optik vergleichsweise extrem. Normalerweise ist es nämlich das Ziel des Designers, einen „ausgewogenen“ Schuh zu komponieren, an dem kein Merkmal sonderlich heraussticht – Plateauschuhe hingegen stiefeln fröhlich mit der weithin sichtbar, mitunter ein dutzend Zentimeter dicken Sohle über diese Lehrmeinung hinweg.

Schuhe mit Plateausohle der Trend 2017 im Segment der Schuhmode

Alle 20 Jahre hoch hinaus: In den 70ern, den 90ern und wenn man den Mode-Gurus glauben darf, auch den ausgehenden 2010ern. Bildquelle: fotolia.com © dresden

Doch so wie jedes Pendel zurückschwingt, kommt auch der Plateau-Trend wieder. Tatsächlich werden die hohen Hacken gerade als einer der heißesten Trends für die kommenden Monate gehandelt, seitdem Designer Patrick Mohr ankündigte, eine limitierte Neuauflage der hohen 90er-Jahre Buffalos herausbringen zu wollen.

Und mal abgesehen vom einzigen echten Plateau-Nachteil – dass Ungeübte darin vergleichsweise leicht umknicken können – haben die Treter einen mächtigen Vorteil: Sie verlängern das Bein optisch. Das kommt nicht nur kleinen Menschen zupass, sondern jedem, der dem Modetrend nach möglichst langen Beinen folgen möchte. Kundinnen bei schuhplus greifen eher selten auf Plateauschuhe zurück. Kein Wunder, denn bei der durchschnittlichen Körpergröße hat jede schuhplus-Kundin bereits Größe.

Der Gesundheitsschuh

Fast jeder hat ein Paar davon irgendwo im Schuhschrank liegen, das sehen wir bei schuhplus durch die Anzahl der verkauften Stücke aus unserem Shop überdeutlich. Und doch würden nur die wenigsten sie außerhalb der eigenen vier Wände anziehen. Gesundheitslatschen oder nach einem ihrer größten Hersteller auch Birkenstocks genannt, waren lange Jahre das Stiefkind der deutschen Fußmode. Erst assoziierte man sie mit dem Öko-Rebell, der für Käfer und gegen Kapitalismus auf die Straße ging. Und als das abebbte, waren die Gesundheitslatschen einfach nur irgendwie spießig – der Gattungsbegrif „Pantolette“ trug nicht unbedingt dazu bei, dieses Image abzuwenden. Gesundheitsschuhe bei schuhplus stehen für DEN großen Trend 2017 - im Segment der Damenschuhe in Übergrößen wie auch Herrenschuhe in Übergrößen.

Zugegeben, das liegt auch an der damaligen Vermarktungsstrategie. Denn mit den beiden einstellbaren Riemen, den hochwertigen Naturmaterialien und vor allem den wirklich auf gesundes Laufen abgestimmten Fußbetten waren die Treter das Schuhmode-technische Äquivalent zum Stützstrumpf: Bequem zwar, aber vom Look her unmöglich mit irgendetwas sinnvoll zu kombinieren. Und so fristeten Gesundheitslatschen ein Schattendasein, nur öffentlich von einer Klientel getragen, die sich weniger um schnelllebige Modeströmungen dreht, den Rentnern.

Gesundheitsschuhe und Funktionsschuhe stehen für eine neuartige, sehr bewusste Zielgruppe

Das spießige Opa-Image haben Gesundheitslatschen weitestgehend abgelegt – auch wegen einiger zaghafter, modischer Korrekturen, vor allem bei Damenmodellen. Bildquelle: fotolia.com © Marina P.

Dann aber kamen die Hipster. Und was macht ein Hipster per Definition? Er will sich von der Masse abheben. Vor allem in Sachen Mode bringen das viele durch, nun ja, „altertümlich“ anmutende Kleidung zum Ausdruck. Und was würde da besser passen, als die gute alte Gesundheitslatsche, die sonst nur Opa trägt? 2014 meldeten die ersten Fashionportale „Die Gesundheitslatsche ist zurück“. Und was da noch als Trend der Unangepassten galt, gehört heute zum gutsortierten Schuhhandel dazu: Bei schuhplus Stehen nach wie vor Herren Pantoletten in Übergrößen hoch in Kurs, in allen Größen von 46 bis 54 und in allen Farben, verstärkt jedoch in dunklen Tönen. Aber mittlerweile haben die Hersteller das Image erkannt und versuchen es, behutsam durch den Einsatz von zierenden Elementen in Richtung modern zu verschieben. Gesund sind sie immer noch, doch langsam auch stylisch.

Die Doc Martens Stiefel

Schuh Nummer fünf ist ein Trend, der eigentlich nie weg war, aber wie ein Moorbrand nur unter der Oberfläche schwelte. Doch der Reihe nach. Denn als Doktor Klaus Märtens kurz nach dem Krieg ein Paar Stiefel entwickelte, hatte er eigentlich nur die Füße der Arbeiterschaft im Kopf, die bis dato unter wenig ergonomischen „Hauptsache langlebig“-Modellen zu leiden hatte. Bis 1960 hatten sich die Märtens-Schuhe einen Ruf wie Donnerhall erarbeitet, denn sie hatten mit ihrer ergonomischen Sohle der Konkurrenz einiges voraus.

So kam es, dass auch eine britische Firma die Produktionslizenz erwarb und so die „Docs“ bald auch an den Füßen von britischen Arbeiterkindern zu finden waren. In den 60ern wurden die zu „Mods“ –  einer ziemlich rebellischen Jugend-Subkultur. Und so wie die Doc Martens vorher für Arbeiter gestanden hatten, wurden sie nun zum Symbol alles Rebellischen: Punks trugen sie ebenso wie Skinheads, dazu Heavy-Metal-Fans, Gothics und dutzende andere Untergrund-Subkulturen – ein Schuh, der konservativer nicht aussehen konnte, für alle, die unangepasst dachten.

Schuhtrends 2017 präsentiert von schuhplus

Ergonomisches Innenleben, ölbeständige Sohle. Mit diesen Attributen wurden Doc Martens Kult – sowohl als Stiefel wie als Halbschuh. Bildquelle: fotolia.com © feuerpferd1111

Gleichsam bleib auch die Fertigungsqualität über alle Jahrzehnte hinweg hoch – selbst als die britische Firma geschlossen und die Original-Maschinen nach Vietnam verschifft wurden, um dort weiter zu produzieren. Und heute sind die Stiefel wieder dort angekommen, von wo sie losgezogen sind: Als Schuhe für alle. Denn das Rebellische ist zwar immer noch da, gleichsam haben jedoch ausgehend aus Hollywood wieder viele Normalsterbliche die fast unzerstörbaren Universaltreter für sich entdeckt.